ein Bericht mit Fotos von Sylvia Gierke
14 Wanderfreudige fanden sich Samstag Vormittag am Treffpunkt Glashaus im Clara-Zetkin-Park ein. Schon vor dem Start gab´s erste Informationen zum Leipziger Auwald, da man ja meist stiefmütterlich mit Historischem und Wissenswertem zur eigenen Heimatstadt ausgestattet ist. Wir wissen jetzt, dass unser Auwald zu den größten erhaltenen Auwaldbeständen in Mitteleuropa gehört, eine Ausdehnung von gut 30 km entlang der Leipziger Flüsse hat, man schon im 12. Jahrhundert begann, massive Eingriffe in die Natur vorzunehmen und die gegenwärtige Bewirtschaftung darauf abzielt, langfristig den Zustand des Waldes um die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder zu erreichen. Im kühlen Herbstgrau marschierten wir entlang des Elsterflutbetts ein gutes Stündchen bis zum Rosentalhügel. Wir erfuhren, dass der Berg aus 60.000 Pferdefuhren Hausmüll entstand und aufgrund eines Rechtsstreits zwischen der Stadt Leipzig und August dem Starken mit einem Turm bebaut wurde. Der damalige Holzturm wurde vom Kurfürsten gern bestiegen, er genoss damals die Aussicht genauso wie wir heute. Nur dass der alte Holzturm einer 1975 errichteten Stahlkonstruktion mit viel Wackelpotential gewichen ist. Auch die Aussicht änderte sich mit Blicken auf Uniriese, RedBullarena, Gondwanaland und die deutlich gewachsene Fläche der Stadt erheblich. Unsere Füße trugen uns weiter durch herrlich gelb leuchtende Laubwälder mit Blätterregen und Laubteppich bis kurz vor unser Tagesziel, den Aufstieg zum Nahleberg. Hier fehlte auf einmal die Brücke über die Elster – bei der Probewanderung vor 10 Tagen war alles noch in Ordnung – sodass uns der Weg abgeschnitten war. Der Umweg zur nächsten Brücke hätte eine Verlängerung der Tour um 5 km bedeutet, dass war uns doch ein bisschen viel. So entschlossen wir uns die Bergbesteigung ausfallen zu lassen, bis zur nächsten Brücke zurückzulaufen und dann auf den geplanten Rückweg einzuschwenken. Wir fanden auch ein hübsches Picknickplätzchen für unsere Rucksackverpflegung und wanderten dann weiter entlang der Elster mit Blick auf die Arena zurück zum Clarapark. Die Entscheidungsfrage, die weggefallenen Kilometer im Clarapark noch mit einer Zusatzrunde dranzuhängen oder uns heute Nachmittag lieber eine Couchpotatorunde zu gönnen, fiel eindeutig zugunsten der Bequemlichkeit aus. So verabschiedeten wir uns nach 11,5 km von Einigen schon mit Weihnachts- und Neujahrswünschen. Wir anderen treffen uns zur Nikolausrunde nochmal in diesem Jahr.




Heimatverein Borsdorf e.V.