Kinder, wie die Zeit vergeht …

Beitrag und Fotos: Christine Damm

Vor nunmehr 30 Jahren übergab die Gemeinde Borsdorf  dem noch  jungen Borsdorfer Heimatverein mit dem alten „Hirthaus“ ein bauliches  Kleinod aus dem 17. Jahrhundert zur Nutzung.  Ein Heimatmuseum als  Sammel- und Bewahrstätte für Borsdorfer Ortsgeschichte sollte  hier nach der Rekonstruktion des Gebäudes entstehen. Ein Glücksfall, aber auch  übertragene Verantwortung an alle Mitwirkenden.  Von  den Anfangsjahren bis heute haben ehrenamtliches Engagement und der Enthusiasmus vieler Menschen das Museum zu dem gemacht, was es heute ist. Neben der ständigen Ausstellung zur Regionalgeschichte wurden über 50  wechselnde Sonderausstellungen gestaltet und präsentiert, Geschichte erforscht und in Publikationen veröffentlicht. Man könnte noch viel darüber schreiben (das erfolgte auch schon), aber jetzt geht es erstmal um die Geburtstagsfeier.

Der Einladung auf die von vielen fleißigen Helfern geputzte und geschmückte  Parthenterrasse  folgten an diesem 18. Juli 2026 nahezu 160 Gäste. Da wäre der Borsdorfer Hirte aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen.  Pünktlich 15.00 Uhr eröffneten die ParthePlautzer traditionell das Fest. In einer kleinen Ansprache ließ Vereinsvorsitzender Andreas Damm die Entwicklung des Heimatmuseums Revue passieren. Stellvertretend für die sich im Jahresurlaub befindliche Bürgermeisterin Birgit Kaden verlas Frau Kassner ein Grußwort der Gemeinde. Mit zünftiger Blasmusik bei Kaffee und reichlichem Kuchenangebot  nahm das Fest Fahrt auf und die Sitzplätze  wurden rar.

Anlässlich des Jubiläums  gestaltete das Museumsteam eine Sonderausstellung mit dem Titel  „Unbekanntes Heimatmuseum“. Objekte aus dem Magazinbestand, die entweder noch nie oder schon sehr lange nicht mehr gezeigt wurden, war die Intonation dieser Ausstellung. So sind neben einem Kinematographen aus dem Jahr 1910, die eingerichtete Puppenstube aus dem Schulhort der Grundschule Borsdorf, eine 6-akkordige Tischzither aus den 1950er Jahren und vieles mehr zu sehen. Die Größe des umfangreichen Fundus ist dem  Sammelfleiß zahlreicher Mitbürger zu verdanken, die das „alte Zeug“ aus Kellern und Dachböden nicht wegwarfen, sondern diese Zeitzeugnisse dem Heimatmuseum übergaben. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit zu einer Besichtigung und waren überrascht von den vielfältigen Ausstellungsstücken.

„Kinder es ist höchste Zeit, fahrn wir heut aufs Land …“ Nicht zum Prater ins schöne Wien, sondern  nach Borsdorf in den ländlichen Raum machte sich der Johann-Strauss Chor aus Leipzig auf. Mit bekannten Operettenmelodien und alten Schlagern trafen die schmuck gekleideten Sängerinnen und Sänger genau den Nerv der Anwesenden. So wurde begeistert mitgesungen, geschunkelt und sogar an „Berliner Luft“ (nicht nur) geschnuppert. „Singing in the rain“ bewahrheitete sich glücklicherweise nicht, das Gewitter war schon vorbei. Dafür „schien die liebe Sonne gleich doppelt so schön, machte das Barometer doch wieder Sommer“. Und das nicht nur „Im Weissen Rössl am Wolfgangsee“ sondern ebenso auf der Terrasse am Ufer der Parthe. Dem bereits zum dritten Mal vom Heimatverein engagierten Ensemble merkte man Spass und Sangesfreude bei ihrem auch optisch sehenswerten Auftritt an. In der Zugabe hieß  es „Wir kommen gern wieder …“ Das nimmt der Heimatverein  natürlich wörtlich und so war es wohl auch gemeint.

Der Vereinsvorstand  bedankt sich  beim Bauhof der Gemeinde Borsdorf sowie der Bäckerei Möbius für die Unterstützung  und bei den vielen ungenannten fleißigen Helfern, die zum Gelingen dieses Festes beitrugen.

Die Feier ist zwar vorüber, aber die Sonderausstellung kann weiterhin jeden Freitag von 15 – 18 Uhr im Heimatmuseum in der Leipziger Str. 5 besichtigt werden.

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