Bäume können zu uns sprechen

Einer, der genau zugehört hat, ist Baumfreund Dr. Matthias Schütze.  Deshalb konnte er uns auch so viel über sie erzählen.

Coronabedingt zweimal verschoben, fand die Veranstaltung „Alt wie ein Baum“ am 4. April nun endlich statt. Das Publikum im gut gefüllten Saal des Bürgerhauses Zweenfurth lauschte interessiert und erfuhr viel Spannendes.

So beispielsweise über die über 1600 Jahre alten und mächtigsten  Eichen Europas, deren ältestes Exemplar in Stara Gora in Bulgarien steht, gekeimt etwa um 350. Die großen Höhlungen wurden oft als Ziegenstall genutzt. Auf alten Gemälden findet man sie, selbst ein Gedicht von Darwins Großvater Erasmus beschäftigt sich mit Eichbäumen „The Swilcar Lawn Oak“ – von Matthias Schütze ins Deutsche übersetzt.

Im kühlen Schatten der Eiche von Nöbdenitz pflegte Hans Wilhelm von Thümmel zu frühstücken und lud zu manch geselliger Runde ein. Als der Minister 1824 starb, begrub man ihn inmitten des Eichentorsos, daher der Name Grabeiche von Nöbdenitz. Man erzählt sich, Thümmels Geist wehrte sich gegen die Fällung dieser Rieseneiche, deshalb steht sie heute noch …

Aber auch zu Eiben und Linden gab es viel zu erzählen. Die fachlichen Erklärungen mancher Phänomene liessen das Laienpublikum vieles besser verstehen und auch so mancher Spaß war dabei. So war zu erfahren, dass es männliche und weibliche Eiben gibt, wobei nur die „Weibchen“ Früchte tragen. Ohne die Nähe der „Männchen“ gäbe es diese jedoch auch nicht.

Linden wurden oft aus Anlass von geschichtlichen Ereignissen wie Reformation oder dem Ende von Kriegen gepflanzt, so gibt es Lutherlinden oder Friedenslinden, uns allen bekannt die Zweenfurther Friedenslinde von 1871.

Alles war reichlich bebildert, die meisten Baumstandorte in Nah und Fern  bereiste Matthias Schütze selbst. Danke für die zwei interessanten Stunden, die uns eine andere Sicht auf Bäume gewährten.

Text und Fotos: Christine Damm

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