Sonderschau zum Weltfriedenstag in Kirche Borsdorf

Das weithin zu hörende Geläut der Borsdorfer Kirchglocken war kaum verklungen, als Pfarrer Enge mit einer Friedensandacht den Auftakt einer Gemeinschaftsveranstaltung zwischen dem Heimatverein Borsdorf e.V. und der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Parthenaue-Borsdorf gab. „75 Jahre Frieden in unserem Land sind ein wertvolles Gut, das nicht verspielt werden darf. Man stirbt nicht an unterschiedlichen Meinungen, sondern nur an Hass und Gewalt. Möge uns diese Ausstellung darin einen, den Frieden zu erhalten.“, so Thomas Enge. Christiane Bachmann, Kantorin a.D. an der Orgel und Heimatfreund Hans Blüthgen am Cello gaben dem Ganzen einen würdigen musikalischen Rahmen.

Nach der Vernissage im Juni in der Panitzscher Grundschule ging die Sonderschau „75 Jahre Kriegsende in Borsdorf, Panitzsch und Zweenfurth“ am 1. September erneut auf Reisen und wurde gut verpackt von fleißigen Helfern aus dem kleinen Museum in der Leipziger Straße 5 in den großen Innenraum der Borsdorfer Kirche transportiert. Auf nunmehr 16 Tafeln legt die Ausstellung Zeugnis ab über die Ereignisse um 1945 in unseren Ortsteilen. Neben reichlich recherchierten Fakten und gesammelten Objekten sind auch viele Aussagen von noch lebenden Zeitzeugen nachzulesen. Ein damals 7-jähriger Junge aus Zweenfurth hätte mit seinen Worten „ Wovor sollten wir uns noch fürchten, es war doch jetzt Frieden,“ die Sehnsucht und Hoffnung der Menschen nach Frieden kaum treffender ausdrücken können. Alle 50 Erinnerungen damaliger Kinder befinden sich auf einer ebenfalls in die Kirche gebrachten Litfaßsäule, die Teil der Ausstellung ist.

„Schwierige Situationen erfordern neue Wege“, so Vereinsvorsitzender Andreas Damm und lobte die Offenheit der Kirchgemeinde, die Ausstellung in ihren Räumen einem breiteren Publikum zeigen zu dürfen als es momentan coronabedingt im kleinen Heimatmuseum möglich ist. Museumsleiter Lorenz Uhlmann erläuterte das Zustandekommen der Sonderschau als Gemeinschaftswerk von acht Mitgliedern des Heimatvereins, was es in dieser Form bis dahin noch nicht gab. Mit einer kurzen Zusammenfassung der Inhalte der einzelnen Wandtafeln und deren Autoren erleichterte er den Besuchern den Rundgang durch die Ausstellung.

Auf Grund des großen Interesses am Thema plant der Heimatverein die Herausgabe einer Broschüre mit den recherchierten Fakten, Dokumenten, gesammelten Zeitzeugenaussagen und Fotos.

Text: Christine Damm

Fotos: Thomas Enge, Andreas Damm

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