Polizeihund Lux und die Radfahrer

„Wenn mich die Menschen geärgert haben, dann gehe ich zu meinem Hund!“ So hat einmal Bismarck gesprochen und damit den Hund als besten und treuesten Freund der Menschen bezeichnet. Hier sei einmal erzählt von dem in Borsdorf vor fast 100 Jahren allgemein bekannten Polizeihund Lux.

Lux wurde am 29. April 1925 geboren. Er stammt aus dem Zwinger des Baumeisters Müller aus Panitzsch. Seine Mutter, “Hexe” genannt, wurde 1927 von einem Auto auf der Reichsstraße tödlich überfahren. Sein Vater “Tell” genannt, Besitzer Ernst Brückner aus Panitzsch, musste 1930 wegen Mittelohrvereiterung eingeschläfert werden.

Mit einem halben Jahr kam Lux zum Polizei-Hauptwachtmeister Richard Haberkorn in Borsdorf in die Lehre. Er war ein aufmerksamer Lehrling und nahm sehr gut auf. Sämtliche Gehorsamsübungen, Apportieren, Springen, Ablegen sowie Suchen und Stellen von Personen führte er vorzüglich aus, nur beim Futterverweigern versagte er meistens. So kam Lux in den Polizeidienst. Nun einiges von seinen Leistungen: Lux überkletterte Zäune und Planken bis zu 1,50 m mit Leichtigkeit mehrere Mal, wie es ihm befohlen wurde und apportierte jeden Gegenstand, so weit es in seinen Kräften stand. Wurde Lux abgelegt, so wartete er solange, bis sein Führer wieder zurück kam und ihn abholte. Im Suchen war er sehr gut und brachte versteckte Gegenstände kilometerweit mit Erfolg herbei. Auch die kleinsten, gekennzeichneten Papierstücken, welche die Gehilfen versteckten, holte er herbei, sobald er Witterung genommen hatte. Selbst von seinem Führer vergrabene Geldstücke suchte er, wobei er aber immer sehr viel Unrat mit in die Schnauze aufnehmen musste, was ihm nicht so sehr behagte. Während seiner ganzen Dienstzeit hat er zweimal fliehende Diebe mit Erfolg gestellt, auch war er beim Transportieren eines Einbrechers in der König-Albert-Straße 1929 etwas sehr nachhelfend, als der Einbrecher sich auf die Straße legte und sich schleppen ließ. Hier musste sich der Festgenommene doch noch zum widerstandslosen Gehen bequemen.

Eine ganz besondere Eigenart hatte sich Lux bei Radfahrern angeeignet, die bei der Dunkelheit ohne Beleuchtung fuhren. Hier braucht ihn sein Führer nicht besonders aufmerksam zu machen, und es war zu bewundern, dass er bei zwei und drei Radfahrern nur denjenigen am Fußgelenk festhielt, der tatsächlich sein Rad nicht beleuchtet hatte. Einmal hatte sein Führer Pech, als zwei Radfahrer ohne Licht in Richtung Leipzig fuhren. Während sein Herr den Namen des einen Radfahrers festhielt, versuchte der andere davonzufahren. Als Lux dies bemerkte, stieß er auf den Fliehenden zu und biss ins Vorderrad, so dass sofort die Luft entwich. Der Radfahrer verlangte einen neuen Schlauch und Fahrgeld bis nach Leipzig, zusammen 1,50 RM. Seine Mark Ordnungsstrafe bezahlte er. Um weitere Streitigkeiten aus dem Wege zu gehn, war der Besitzer des Hundes gezwungen, dem Geschädigten die 1,50 RM zu zahlen. So war Lux bei den Radfahrern in dieser Richtung selbst über die Grenzen Borsdorfs hinaus bekannt.

Vielen Dank an unser Vereinsmitglied Detlev Kupfer, der uns diese hübsche Geschichte übermittelt hat. Weitere Episoden aus dem Hundeleben von Lux werden folgen.

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